ETF kaufen – 11 Fragen, die ich mir gestellt habe und meine Erkenntnisse

Puuuh, ganz schöne viele Fragen, die sich mir vor meiner ersten Investition in ETFs so stellten bzw. teilweise immernoch stellen. Und kaum ist die eine Frage beantwortet, tun sich mindestens zwei neue auf. Zur Übersicht und zum Nachlesen für mich und auch für dich, habe ich hier alle Fragen und meine Erkenntnisse zusammengetragen. Vielleicht geht dir hier und da auch noch ein Licht auf. 🙂

1. Zunächst erstmal…was ist eigentlich so ein ETF genau?

ETF steht für Exchange Traded Fund. Ein ETF ist ein Fond (also ein Topf mit ganzen vielen einzelnen Elementen drin…in dem Fall Unternehmen), der an der Börse gehandelt wird. Indem man in einen Fond investiert, kann man an der Entwicklung verschiedener Unternehmen beteiligt sein, sowohl an den Gewinnen, als auch an den Verlusten. Ähnlich wie bei einer Aktie. Nur, dass man hier nicht nur in ein einziges Unternehmen investiert, sondern, je nach Zusammensetzung des Fonds, in mehr oder weniger viele verschiedene. Diese breite Streuung, auch Diversifizierung genannt, senkt das Risiko. Denn wenn es hier mal einem Unternehmen nicht so gut geht, können das die anderen eher ausgleichen, was bei einer Einzelaktie auf ein Unternehmen, nicht der Fall ist. ETFs können aktiv oder passiv gemanagt werden. Passiv gemanagte ETFs nennt man Indexfond.

2. Warum eignen sich Indexfonds zum Vermögensaufbau auch für Nicht-Finanz-Profis?

Im Vergleich zu fertig geschnürten Bankprodukten, die man in den seltensten Fällen versteht (weil sie nicht dafür gemacht sind), sind Indexfonds eine transparente Anlagemöglichkeit, die auch Otto Normalverbraucher verstehen kann. Sie werden passiv gemanagt, sodass kein Manager benötigt wird, der mitverdient. Es ist also jedem möglich, mithilfe eines Depots, selbst Indexfonds (passiv gemanagte ETFs) zu kaufen, zu verwalten und zu verkaufen. Eigenverantwortlich und selbstbestimmt. Alles was man braucht sind eine klare Strategie, etwas Pfiff, um sich ins Thema einzulesen und ein wenig Mut loszulegen.

3. Warum brauche ich eine Strategie?

Deine Strategie bildet das Fundament deines Vermögensaufbaus. Das ist wie bei einem Haus. Ohne solides Fundament würde der Schornstein oben auf dem Dach ganz schön wackeln. Deine Strategie beinhaltet die Analyse deiner Risikofähigkeit und -bereitschaft, das Festlegen deines Anlagehorizonts (Wieviele Jahre kannst du auf das Geld verzichten?), die Höhe deiner Investition, der Entscheid für eine z.B. Weltportfolio-Variante und die Auswahl deiner ETFs. Erst wenn das alles feststeht, macht es Sinn zu prüfen, welcher Onlinebroker diese ETFs zu welchen Konditionen und im (kostenlosen) Sparplan anbietet. Dann kannst du entscheiden, welches Depot das richtige für dich ist.

4. Wie kann ich in so einen ETF investieren?

Um in einen ETF zu investieren, benötigt man ein sogenanntes Depot. Dorthin überweist man das zu investierende Geld, welches dann von dort aus in den oder die ausgewählten ETFs angelegt wird. Ein Depot kann man zu den unterschiedlichsten Konditionen bei so gut wie jeder Bank bekommen. Je nachdem, ob sich das Depot in Deutschland oder in der Schweiz befindet, können die Konditionen stark variieren. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wann ein Deutsches Depot und wann ein Schweizer Depot Sinn macht.

5. Welche Kosten entstehen bei der Investition in einen ETF?

Beim Investieren in ETFs fallen unterschiedliche Kosten an. So zum Beispiel der TER. Um den kommt man nicht drum herum. Je nachdem, ob man in einen (kostenlosen) Sparplan investiert oder eine Einmaleinlage tätigt, können pro getätigtem Kauf und ETF ausserdem Ordergebühren anfallen. Diese sind von Bank zu Bank unterschiedlich und können sich in Deutschland zwischen 5,- € und 30,- € bewegen, in der Schweiz zwischen 9,- und 135,- CHF. Manche Banken erheben zusätzlich eine prozentuale Gebühr auf die anzulegende Summe. Desweiteren können Depotgebühren hinzu kommen. In Deutschland gibt es viele Anbieter, die kostenlose Depots anbieten. Hingegen sind solche Angebote in der Schweiz noch nicht verbreitet, sodass die Preise für Depots und ETF Käufe in Deutschland und der Schweiz sehr unterschiedlich sind. Natürlich ist auch in diesem Fall in der Schweiz alles teurer. Die genauen Kosten, die beim Kauf eines ETFs enstehen, sollten dir vor diesem im Account deines Brokers angezeigt werden.

6. In wie viele verschiedene ETFs sollte ich investieren?

Diese Frage lässt sich nicht so richtig pauschal beantworten, denn sie hängt einerseits von der Höhe der Sparplanrate bzw. der Höhe der Einmaleinlage und ausserdem von der Anlagestrategie ab. Generell kann man sagen, je weniger Kapital, desto weniger ETFs.

7. Nach welchen Kriterien wähle ich einen ETF aus? Worauf muss ich sonst noch achten?

Folgende Kriterien habe ich bei der Auswahl meiner ETFs betrachtet: das Fondsvolumen, den TER, die Ausschüttungsart, die Abbildungsart, die Replikationsmethode. Für die eine oder andere ist Sparplanfähigkeit eventuell noch relevant.

8. Sparplan oder Einmaleinlage?

Das ist hier die Frage. Die Beantwortung hängt von den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln ab. Ein Sparplan ist attraktiv, wenn man noch keine besonderen Ersparnisse hat aber trotzdem beginnen möchte, für später vorzusorgen. Je nach Bank sind bereits Sparplanraten von 25,- oder 50,- Euro möglich. Das hat den Vorteil, dass man zu unterschiedlichen Zeitpunkten und daher auch zu unterschiedlichen Kursen kauft. Sparpläne werden einem bei deutschen Banken förmlich hinterhergeworfen. Oft sind sie sogar kostenlos. Jedoch gibt es nicht jeden ETF bei jeder Bank im (kostenlosen) Sparplan. Hingegen in der Schweiz sind Sparpläne noch nicht verbreitet und schon gar nicht zu ansprechenden Konditionen. Monatliche Käufe ohne Sparplan sind sehr teuer, was ein Argument für eine Einmaleinlage ist. Ein bereits angesparter Betrag kann so auf einmal investiert werden. So fällt nur einmal die Ordergebühr an. Nachteil: Man investiert alles zum selben Kurs. Ob dieser gut oder schlecht war, weiss man meist erst hinterher. Eine Einmaleinlage kann auch eine Variante sein, wenn man sich für ETFs entschieden hat, die es bei keiner (deutschen) Bank im kostenlosen Sparplan gibt.

9. Soll ich ein Deutsches oder ein Schweizer Depot eröffnen?

Das hängt zunächst davon ab, wo du dein Vermögen bzw. Erspartes hast. Ich habe zum Beispiel noch ein paar gesparte Euro in Deutschland, verdiene aber meinen Lebensunterhalt in der Schweiz. Nun könnte ich entweder alles nach Deutschland überweisen und dort anlegen oder alles in die Schweiz. Ich finde, dass weder das eine noch das andere richtig Sinn macht. Es erscheint mir einfach nicht logisch meine Franken nach Deutschland zu überweisen, um sie dort auf ein kostenloses Depot zu packen, dafür aber vielleicht einen schlechten und sich vor allem ständig änderten Wechselkurs hinnehmen zu müssen, was vor allem relevant ist, wenn man sich für einen Sparplan interessiert. Umgekehrt sind in der Schweiz die Gebühren für Depots und ETF Käufe viel höher als in Deutschland. Darum habe ich mich dazu entschieden meine Euro in Deutschland und meine Schweizer Franken in der Schweiz anzulegen.

10. Welches ist das beste Deutsche Depot für Anleger mit Schweizer Wohnsitz?

Dazu muss ich zunächst entscheiden, ob ich regelmässig z.B. über einen Sparplan investieren oder in grösseren Abständen Einmaleinlagen tätigen möchte, denn jede Bank bietet hier unterschiedliche Konditionen. Die einen bieten viele verschiedene ETFs im Sparplan an und das sogar kostenlos. Die anderen locken dafür mit attraktiven Ordergebühren, welche bei Einmaleinlagen interessant sind. Dem zugunde liegt zunächst eine Strategie, die es vorher festzulegen gilt. Siehe oben. In Deutschland habe ich 10 000,- €, welche ich gerne in ETFs investieren möchte. Diese monatlich in Raten von 100,- € einzuzahlen, dauert mir zu lang. Ausserdem gibt es für meine Wunsch-ETFs (siehe Strategie und ETF Wahl) keine grosse Auswahl an Sparplänen. Da es mir noch dazu wichtig war, mit meinem Schweizer Wohnsitz möglichst einfach und schnell ein Depot zu eröffnen, habe ich mich dazu entschieden mein Gespartes per Einmaleinlage beim Onlinebroker Flatex anzulegen. Flatex punktet mit transparenten und fixen Ordergebühren. Ausserdem konnte ich online den Depotantrag stellen und die Identitätsfestellung per Video Ident durchführen. Wirklich super easy! Solltest du dich für einen Sparplan entscheiden, so lege zunächst deine Strategie fest, wähle die entsprechenden ETFs aus und prüfe, welche Bank diese zu welchen Konditionen anbietet. Dann wähle den für dich passenden Onlinebroker aus.

11. Welches ist das beste Schweizer Depot für Anleger mit Schweizer Wohnsitz?

Das werde ich noch herausfinden. Eine erste oberflächliche Recherche auf justetf.com hat ergeben, dass die Cornerbank, als einzige Bank ein kostenloses Depot anbietet. Die Ordergebühren belaufen sich auf 20,- CHF pro Order, was wiederum für monatliche Käufe sehr viel ist, aber für eine Einmaleinlage einmal im Jahr attraktiv klingt. Hier werde ich noch weiter recherchieren und dich über meine Erkenntnisse auf dem Laufenden halten.

 

Welche Fragen rund um das Thema „ETF kaufen“ hast du dir gestellt oder stellen sich dir gerade? Hast du bereits in ETFs investiert? Was hättest du gerne vorher gewusst und was hätte dir den Einstieg erleichtert? Ich freue mich über deine Kommentare!

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2 Kommentare

    1. Liebe Elisabeth, vielen Dank für deinen tollen Kommentar! Es freut mich wirklich sehr, dass der Artikel hilfreich für dich ist. Lass mich gerne hier oder an lene@moneyhontas.ch wissen, welche Themen sonst noch für dich nützlich wären. 🙂

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