Persönlichkeit und Wertekonflikte im Onlinebusiness – Die grösste Herausforderung sind wir selbst!

Nicht die mangelnde Zeit, nicht das (fehlende)Wissen, nicht die Gesellschaft, nicht die anderen! Es sind wir selbst. Wir, mit dem ganzen Spektrum unserer Persönlichkeit, unseren Werten und unserem Weltbild. Stärken, Schwächen, Eigenschaften oder auch -arten, Glaubenssätzen, Bedürfnissen, Gefühlen, energetischen Ressourcen, Prägungen, Ängsten, Zweifeln und inneren Widerständen, die sich in unserem Verhalten und unseren Entscheidungen widerspiegeln. Die uns dazu bringen, etwas zu tun oder uns stocksteif verharren lassen. Und das in den meisten Fällen ganz unbewusst.

Neulich habe ich mich mit jemandem unterhalten, der bzw. die mir viele Schritte voraus und ihrem Ziel, der finanziellen Freiheit, schon sehr nah ist. Ich hatte mir eine Schnupper-Coaching Session gebucht. Ich war neugierig, welche Tipps mir vielleicht ein Profi(aus meiner Perspektive jemandem der dort ist, wo ich hin will)geben kann und freute mich darauf, herauszufinden, welche Möglichkeiten es für mich geben könnte, zusätzliche Einkommensströme aufzubauen, an die ich vielleicht noch nicht gedacht habe.

Zur Vorbereitung auf das Gespräch, hatte ich einen Fragebogen ausgefüllt. Eine Frage war, wieviel Geld ich zum Investieren(in ein neues Geschäftsmodell) zur Verfügung hätte. Ich habe einfach mal 1000,- CHF(nicht zu viel und nicht zu wenig) angegeben und war neugierig was man damit vielleicht schon erreichen kann. Wir hatten 30 Minuten Zeit und stiegen schnell ins Thema ein. Zunächst sprachen wir über meine Pläne rund um Moneyhontas und wo ich aktuell damit stehe. Tja was sollte ich da antworten. Ich habe ja gerade erst angefangen(immerhin). Nennenswerte Einnahmen erziele damit bisher natürlich nicht. Auch wenn ich schon die ersten kleinen Erfolge mit Hilfe von Affiliate Marketing verbuchen kann und mich wie Bolle darüber freue. Das ist doch ein Anfang! Alles beginnt eben mit einem ersten Schritt. So ist das halt. Auch bei einer Bergwanderung, muss man unten am Berg anfangen. Oder? Und das habe ich getan. Und seitdem einen Schritt nach dem anderen gemacht. Basislager 1 ist in Sicht. 😀 “Machen” war und ist meine Devise. Und bloss nicht zu viel nachdenken(eine meiner Spezialitäten). Darauf bin ich stolz. Denn am liebsten will ich nämlich immer alles richtig machen. Und vor allem perfekt. Was sonst! Dass ich mir damit aber auch manchmal selber im Weg stehe, ist wohl auch klar. Für mich ist das also echt eine grosse Sache, mich hier zu zeigen. Und einfach drauf los zu machen. Angefangen zu haben! Obwohl es eben noch nicht perfekt ist. Irgendwie hatte ich von der anderen Seite Lob erwartet. (Warum eigentlich? Das ist wohl eine andere Baustelle.)Da bin ich wahrscheinlich besonders feinfühlig….Jedenfalls fühlte ich mich nicht ausreichend wahrgenommen. Als Mensch und als Persönlichkeit mit ihren individuellen Herausforderungen. Als jemand, der einen Anfang gemacht hat und losgegangen ist. Das einzige, was wichtig erschien, war mein finanzieller Erfolg. Der noch nicht vorhanden ist. Mmmhhh…Ich versuchte offen und neugierig zu bleiben und mir meine aufsteigende Enttäuschung und auch Skepsis nicht anmerken zu lassen. Tief drinnen fühlte ich mich jedoch nicht erst genommen. Und ok, ein bisschen beleidigt war ich auch.

Wir richteten unser Gespräch auf mögliche Geschäftsmodelle und ich hoffte noch auf den einen Tipp, der mir eine neue Welt eröffnen würde. Bereits an diesem Punkt bemerkte ich schon, dass ich mich von meiner Gesprächspartnerin distanzierte. Und als im Folgenden das Thema “Networkmarketing” aufkam, gingen bei mir innerlich die Jalousien runter. Mein persönlicher Horror. Denn ich bin so gar nicht der Verkäufertyp. Ich fühle mich fast schlecht, wenn ich jemandem auch nur etwas anbieten soll. Von tatsächlich Verkaufen mal ganz abgesehen. Ich hörte mir alles in Ruhe weiter an, hatte aber schon abgeschaltet. Ob berechtigt oder nicht, weiss ich nicht mal. Vielleicht hätte die Idee sogar Potenzial gehabt. Keine Ahnung. Tatsache ist, alles in mir schrie und wehrte sich. Jemandem etwas aufschwatzen und aktiv verkaufen…neee. Dabei kannte ich die genauen Hintergründe noch gar nicht und wusste auch noch nicht, um welches Produkt es sich handelt und wie das eigentlich genau ablaufen würde. Mein Unterbewusstsein interessierte es schlichtweg nicht und hatte längst die Schotten dicht gemacht, während mein Verstand versuchte bei der Sache zu bleiben und dem Ganzen eine Chance zu geben. Und wie sollte es anders sein, fühlte ich mich zwischen all dem schon wieder schlecht. Mein grösstes Problem: Ich wollte nicht wirken, als würde ich nicht wollen. Ich fand mich selbst nicht offen genug. Ich lehnte etwas ab, was mir gerade erst vorgeschlagen wurde, ohne es ausprobiert zu haben. Ich fühlte mich vor mir selber, wie die, für die nichts gut genug ist. Erst jetzt verstehe ich was da los war. Ich befand mich in einem Konflikt. Mit mir selbst. Mit meinem Gegenüber. Mit meiner Persönlichkeit und meinen Werten. Und mit meinen unternehmerischen Ambitionen. Ich fühlte mich unter Druck etwas wollen zu sollen, wogegen sich in mir aber alles wehrte. Die eine Stimme in mir sagte, du musst halt mal was ausprobieren. Wenn du immer nur das tust, was du immer tust, bekommst du halt auch nur das, was du immer bekommst. Die andere hingegen wurde kleinlaut und flüsterte mir zu: Das bist nicht du. Das entspricht dir nicht.

Auf wen sollte ich nun hören? Wer hatte recht? Meine weibliche und ganz persönliche Intuition, die in den meisten Fällen sehr genau weiss, was mir gut tut und was nicht, manchmal vielleicht aber auch ein bisschen schisserig ist? Oder auf den ungeduldigen Rebellen in mir?

Ich hörte wie am Rande noch Begriffe wie Amazon FBA, Dropshipping, Airbnb-Business, Forextrading, Kryptotrading, Immobilien und Mining fielen. zu guter letzt wurde mir noch ein Experte in Sachen “Cashflow” ans Herz gelegt, der mir in 3 Jahren zu finanzieller Freiheit verhelfen könnte, dessen Programm auch nur ein paar Tausend Euro kosten sollte und die Investition absolut wert sei. Nicht nur, dass ich bei manchem nicht mal weiss was dahinter steckt! Für alle von denen benötigt man ausserdem auch ein Mindeststartkapital von ein paar Tausend Euro/Franken. Im Fragebogen hatte ich ja angegeben 1000,- CHF zur Verfügung zu haben. Doch nicht nur deswegen, kamen diese Optionen nicht für mich in Frage.

In mir regten sich Gedanken wie:

…nee Massenkonsum will ich nicht unterstützen.

…raren Wohnraum für meine Geschäfte benutzen auch nicht.

…und hoch risikoreich mein Geld anlegen bzw. in Dinge investieren, von denen ich einfach mal gar keine Ahnung habe und wahrscheinlich auch nie haben werde, schon gar nicht. Denn das ist nicht mit ein bisschen „sich belesen“ getan.

Ja ich will mir zusätzliche Einkommensströme aufbauen und bin auch bereit, die nötige Arbeit dafür zu tun. Aber es muss doch auch etwas sein, wobei ich kein schlechtes Gewissen haben muss und ich mich nicht fühle, als wäre ich am Müllproblem dieser Welt schuld, jemand anderem etwas weg nehme oder „illegal“ und auf grosskotzige Art und Weise mein Geld verdiene.

Und trotzdem war da dieser kleine hoffnungsvolle Gedanke, dass mich eine dieser Optionen meinem Ziel ein Stück näher bringen könnte, wenn ich doch nur den Mut hätte es auszuprobieren. Vielleicht liess ich eine grossartige Chance sausen? Und wieder war ich unzufrieden mit mir selbst. Mein Kopf schwirrte unaufhörlich. Ich fühlte mich wie im Film. Das alles hatte so rein gar nichts mit mir zu tun. Finanziell, inhaltlich, werte-technisch. Und trotzdem sprang ein kleiner Teil in mir darauf an. (Wofür ich mich gleich wieder selbst verurteilte.) War ich einfach nur zu misstrauisch, nicht mutig genug oder Opfer meiner eigenen negativen Glaubenssätze? Wieso konnte ich nicht einfach sagen: Voll cool! Probiere ich aus!

Stattdessen schrillten in mir (fast)alle Alarmglocken. Was wollte man mir da andrehen? War das alles gar nicht so unseriös und risikoreich wie es zunächst für mich klang? Suchte ich nur nach Ausreden, weil ich mich eigentlich nur nicht traute? Etwas zu wagen, mich zu zeigen, ein Risiko einzugehen? Stand ich mir nur selbst im Weg, weil diese Welt bisher so weit weg für mich gewesen war? Diese Welt, in der man einfach und leicht Geld verdient. So viel wie man möchte. Auf Knopfdruck! Angeblich.

Ich ging sehr nachdenklich aus diesem Gespräch. Betrübt, enttäuscht, verwirrt, desillusioniert, unzufrieden…ich kann es nicht mal genau sagen und auch nicht, ob diese Gefühle mir selbst, meinem Gegenüber oder dem Inhalt galten. So oder so hatte dieses Gespräch  einiges in mir ausgelöst. Auf allen Ebenen.

Ich fragte mich: Geht “finanzielle Freiheit” vielleicht nur so? Grosskotzig, risikoreich, mit einem nennenstwerten Startkapital, auf Kosten und zum Nachteil anderer? Hat man vielleicht prinzipiell gar keine andere Wahl, als seine Seele zu verkaufen? Gehört das quasi dazu? Oder gibt es auch andere Möglichkeiten? Und wenn ja, kann man mit diesen genauso (schnell) erfolgreich und vor allem finanziell unabhängig werden? Und das möglichst wertekonform?

Lange Rede kurzer Sinn. So sehr wie mich dieses Gespräch verwirrt und so manche neue Frage aufgeworfen hat, so wichtig ist es mir zu betonen, dass es mir hier weniger um den Inhalt dessen, als um meine eigene Reaktion darauf geht! All diese Gedanken und Gefühle, dieses regelrechte Chaos. Das alles spiegelt meine Persönlichkeit wieder. Das alles bin ich. Und das alles sind Faktoren, die nicht nur mein Privatleben sondern auch meine Entscheidungen im weitesten Sinne und mein unternehmerisches Denken und Handeln beeinflussen. Ob ich will oder nicht. Das alles gehört zu mir und macht sich mal mehr oder weniger wichtig. Liegt im Verborgenen oder kommt ans Tageslicht. Sowohl in passenden als auch in unpassenden Momenten. Und beeinflusst mich. Ob positiv oder negativ sei mal dahin gestellt. Eine Eigenschaft, die ich jetzt als negativ einordnen würde, schützt mich vielleicht in einem unbedachten Moment. Nichts desto trotz, hat all das Einfluss auf mein Verhalten. Darauf, ob ich neue Ideen angehe oder schon vorher aufgebe, weil ich mir eh keine Chancen ausrechne, ob ich wieder aufstehe, wenn ich einmal gefallen bin, ob ich neue Motivation finden und mich mit reissen lassen kann, wenn mir die Lust mal vergangen ist und ob ich nicht Geglücktes als Zeitverschwendung empfinde oder als Chance zu Wachsen.

Wenn dieses Gespräch eine Erkenntnis gebracht hat, dann die, dass der Faktor “Mensch” der entscheidende auf dem Weg zu finanzieller Freiheit und einem erfolgreichen Onlinebusiness ist. Der Mensch mit seinem kompletten Rucksack, bestehend aus seiner ganz einzigartigen Persönlichkeit mit all seinen (moralischen) Ansichten und (positiven und negativen)Glaubenssätzen, seinen Prägungen, Werten, Fähigkeiten und Eigenschaften, seinen Stärken aber auch Schwächen, Ängsten, Zweifeln, inneren Widerständen, seiner Disziplin, seinem Vertrauen, seinem Biss und seinen Zielen. Das ist weder gut noch schlecht. Das kann sowohl ein Vorteil, als auch ein Nachteil sein. Das kann uns vor Fehlern bewahren und uns anspornen, nach dem für uns richtigen Weg zu suchen und ihn auch zu finden, weil das Bauchgefühl halt einfach nicht stimmt. Es kann uns aber auch von einmaligen Möglichkeiten abhalten, weil wir nicht über unseren eigenen Schatten springen können. Entscheidend ist wohl, die richtige Mischung zu finden und im entsprechenden Moment dem(für uns) richtigen Impuls zu folgen. Mal zaghaft-vorsichtig mal forsch-furchtlos. Und dabei ganz genau auf die innere Stimme zu hören. Ist sie ein bisschen nervös aber prinzipiell positiv eingestellt? Dann kann es sich lohnen auch mal was zu riskieren. Oder schlägt sie ernsthaft Alarm und das vielleicht sogar berechtigt? Dann muss man vielleicht weiter suchen, testen und ausprobieren, so lange, bis man sich wohl fühlt. Das dauert dann mit unter länger, bis man endlich passives Einkommen erzielt, sich tatsächlich mehrere Einkommensströme aufgebaut hat und die finanzielle Freiheit in greifbare Nähe gerückt ist. Dafür fühlt man sicher aber wohler damit.

 

 

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